Gedichte 2016



Poesie-Café


 Foto Editth Meyer

Das Feuer


Hörst du, wie die Flammen flüstern,

knicken, knacken, krachen, knistern,
wie das Feuer rauscht und saust,
brodelt, brutzelt, brennt und braust?  

Siehst du, wie die Flammen lecken,
züngeln und die Zunge blecken,
wie das Feuer tanzt und zuckt,
trockene Hölzer schlingt und schluckt?  

Riechst du, wie die Flammen rauchen,
brenzlig, brutzlig, brandig schmauchen,
wie das Feuer, rot und schwarz,
duftet, schmeckt nach Pech und Harz?

Fühlst du, wie die Flammen schwärmen,
Glut aushauchen, wohlig wärmen,
wie das Feuer, flackrig-wild,
dich in warme Wellen hüllt?

Hörst du, wie es leise knackt?

Siehst du, wie es matter flackt?
Riechst du, wie der Rauch verzieht?
Fühlst du, wie die Wärme flieht?  

Kleiner wird der Feuersbraus:
Ein letztes Knistern,
Ein feines Flüstern,
ein schwaches Züngeln,
ein dünnes Ringeln-
aus.

James Krüss  (1926-1997)
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