Gedichte 2016



Poesie-Café


 Bild mit Rahmen

 Es  scheint uns das innigst Schöne,
 Liebenswerte dem Verderben
 Zugeneigt, stets nah am Sterben,
 Und das Köstlichste: die Töne
 Der Musik, die im Entstehen
 Schon enteilen, schon vergehen,
 Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
 Und umweht von leiser Trauer,
 Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
 Lassen sie sich halten, bannen;
 Ton um Ton, kaum angeschlagen,
 Schwindet schon und rinnt von dannen,

 Hermann Hesse  (1877-1962)
 Ausschnitt aus dem Gedicht
 „In den Sand geschrieben.“

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