Januar 2008
Poesie-Café
Gedichte 2008

Reiseführer

Unerledigtes auf dem Kalender

 
Zum Beispiel, Indien sähe ich noch gern,
bevor ich fort muss. Und den Fudschijama,
wie er so plötzlich aufragt, wolkenfern,
vom Dämmerlicht geheimnisvoll umhuscht,
wie Gott und Hokusai ihn hingetuscht.

Dann: jene Stadt, in der ich einst so fleissig
die Schule schwänzte kurz vorm Abitur,
und den Studenten, dem ich anno Dreissig
so zuversichtlich ewige Treue schwur.

Auch Jim, der Franziskaner werden sollte
- ein Ideal, das lang ihm vorgeschwebt -
und sich, für mich, das Leben nehmen wollte;
und jetzt in Rom mit einer andern lebt.

Ein einziges Mal, und wär es mein Verderben,
spielt ich in Monte Carlo gern Roulette.
Neapel sehen möchte ich und nicht sterben!
Und dann Paris ... Noch mal von A bis Zett.

Zum Schluss: Besuch auf einem andern Stern
und ins Vergangne. (Letztres stellenweise.)
Unendlich vieles täte ich noch gern,
eh ich auf immer unbekannt verreise.

Dies alles fiel mir bei den Worten ein:
“Der Herzbefund? – Er könnte besser sein.“

Maschea Kaleko

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