Nachtgedicht April 2009
Poesie-Café
Gedichte 2009

Mond mit Woelkli

Nachtgeräusche

Melde mir die Nachtgeräusche, Muse,
die ans Ohr des Schlummerlosen fluten!
Erst das traute Wachtgebell der Hunde,
dann der abgezählte Schlag der Stunde,
Dann der Fischer-Zwiegespräch am Ufer,
dann? Nichts weiter als der ungewisse
Geisterlaut der ungebrochnen Stille,
wie das Atmen eines jungen Busens,
wie das Murmeln eines tiefen Brunnens,
wie das Schlagen eines dumpfen Ruders.
Dann der ungehörte Tritt des Schlummers

Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898

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